6. Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz

6. Verleihung des Hauptstadtpreises für Integration und Toleranz

13.11.2013

Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden

Mit einem Festakt wurde am Abend des 13. November 2013 im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden der sechste Hauptstadtpreis für
Integration und Toleranz der Initiative Hauptstadt Berlin e.V. (IHB) verliehen. Die
Festansprache hielt Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert.

Eine Vielzahl an Projektträgern, Initiativen und Einzelpersonen hat sich auch in diesem Jahr wieder am Wettbewerb um den mit insgesamt 20.000 Euro dotierten Hauptstadtpreis für Integration und Toleranz beteiligt. Drei Preisträger und ein Sonderpreisträger wurden von der Jury nominiert. Im Beisein von Gästen aus Politik, Wirtschaft, Film und Kultur, Mitgliedern der IHB sowie den diesjährigen Wettbewerbsteilnehmern stellten die Jurymitglieder Suat Bakir, Sawsan Chebli, Elif Held, Peter Kurth und Prof. Dr. Christoph Stölzl die preisgekrönten Projekte vor und übergaben die Auszeichnungen.

Die Preisträger 2013

Drei Preisträger und ein Sonderpreisträger wurden von der Jury nominiert: Das Projekt JUGA – jung, gläubig, aktiv belegt denersten Platz im Wettbewerb. JUGA ist eine Initiative, die im Mai 2011 gegründet wurde. Rund 40 junge Muslime, Juden, Christen und Bahai im Alter von 17 bis 25 Jahren setzen sich intensiv mit Möglichkeiten der interreligiösen Verständigung auseinander. Seit Bestehen der JUGA-Initiative haben die jungen Menschen zahlreiche Aktionen konzipiert und umgesetzt, die verdeutlichen sollen, dass sie die Instrumentali-sierung und den Missbrauch ihrer Religion ablehnen, dass Gewalt und andere gruppenabwertende Haltungen im Namen einer Religion keinen Platz auf dieser Welt haben. Ihre vielfältigen, öffentlichkeitswirksamen Aktionen richten sich bewusst nicht nur an religiöse Menschen. Dennoch sind sie der Auffassung,

dass die Religion einen wertvollen Beitrag für ein besseres Zusammenleben aller, ob religiös oder nicht, liefern kann. Die erste Aktion der JUGAs war die viel-beachtete NEIN!Eleven-Kampagne zum Gedenken an die Opfer der Anschläge vom 11. September 2001, bei dem die JUGAs erstmalig zusammenkamen, um ein Zeichen für Frieden und Akzeptanz zu setzen.

Zweiter Preisträger in diesem Jahr ist Cemal Ates. Seit 25 Jahren Malermeister, bildet er seit 1990 junge Menschen mit Behinderungen und Migrationsgeschichte aus. Der Integrationsbeitrag findet auf mehreren Ebenen statt: Zum einen werden Menschen mit Migrationsgeschichte und Behinderungen in den Arbeitsmarkt integriert und zum anderen fördert er Toleranz und Respekt zwischen den Mitarbeitern. Aktuell plant Cemal Ates, eine Gebärdensprachdolmetscherin in den Beruf des Malers und Lackierers einzuarbeiten bzw. entsprechend auszubilden. Mit ihrer Hilfe soll zukünftig die Ausbildung von Gehörlosen im Betrieb verbessert werden.

Den dritten Preis erhält ein Projekt von StreetUniverCity Berlin e.V. – eine Initiative, bei der berufsvorbereitende und berufsorientierende Bildungsmaßnah-men für Jugendliche in sozialen Brennpunkten (Berlin-Kreuzberg) initiiert und koordiniert werden. Der Verein setzt dabei auf ein informelles Lernumfeld und auf die Arbeit mit Mentoren und Vorbildern aus dem kulturellen Umfeld der Jugend-lichen. Das Pionierprojekt des Vereins ist der „Master of StreetUniverCity“. Dabei wurde ein Ausbildungskonzept nach universitärem Vorbild entwickelt, innerhalb dessen sich Jugendliche in einem 4-monatigen Studium mit Themen wie Gesell-schaft, soziale Kompetenz, Berufsorientierung, StreetCulture, Kunst, Medien und Sport beschäftigen.

„StreetUniversity Berlin bringt mit viel kreativem Esprit frischen Wind in die nüchterne Welt der Integration“ so Laudatorin Sawsan Chebli, Grundsatzreferentin für interkulturelle Angelegenheiten in der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. „StreetUniversity zeigt, dass in jedem jungen Menschen Potenzial steckt. Mit der Möglichkeit, einen Street Master zu erwerben, stärkt das Projekt das Selbst-vertrauen junger Menschen, damit sie am Ende einen erfolgreichen Weg beschreiten können. Diese Arbeit ist von unschätzbarem Wert und verdient großen Respekt.“

Auch in diesem Jahr wurde ein Sonderpreis verliehen: Die Journalistin und Autorin Hatice Akyün nimmt die Auszeichnung für ihre Vorbildfunktion und ihr soziales Engagement alsSonderpreisträgerin entgegen. Das damit verbundene Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro übergibt Frau Akyün dem Theater-ProjektSATOE – Gesegnete Heimat des Labels Noir Berlin, das somit den Sonderpreis erhält. Im Mittelpunkt steht dabei die Erfahrung des „Anders-Deutsch-Seins“, bei dem die Darstellerinnen und Darsteller verschiedenster kultureller und nationaler Hintergründe, Hautfarben, Religionen und Muttersprachen das Heimisch- und das Anderssein in all ihren Facetten vorstellen.

Presseecho

Seit 2007 wird der Hauptstadtpreis regelmäßig vergeben. Einen Rückblick und Informationen über die preisgekrönten Projekte der letzten Jahre finden Sie hier.